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PKW Anhänger

Heute gibt es ein Special rund ums Thema PKW Anhänger. Worauf beim Kauf achten, welche Hersteller gibt es, Tipps und Tricks sowie vieles mehr.
Zum Befördern von Lasten und Tieren oder für den nächsten Urlaub kann ein Anhänger sehr praktisch sein. Wer häufig einen Anhänger beansprucht, sollte über die Anschaffung eines eigenen nachdenken, als diese immer wieder teuer beim Verleiher oder von Freunden und Verwandten borgen zu müssen.
Wer mit dem Gedanken spielt sich einen anzuschaffen steht vor der Entscheidung was für einer es sein soll, welcher am geeignetsten ist und ob dieser neu oder gebraucht sein soll.
Zeitgleich stellen sich die Fragen nach den Möglichkeiten diesen überhaupt zu ziehen. Verfügt jeder, der diesen Anhänger ziehen soll über die entsprechende Fahrerlaubnis? Wie steht es um die Versicherungen für Anhänger? Und worauf ist prinzipiell beim Kauf eines gebrauchten Anhängers zu achten?
Ein Anhänger sollte mit Ruhe und Bedacht ausgesucht werden. Es gibt einige Faktoren, welche beachtet werden sollten um im Nachhinein keinen Fehlkauf festzustellen.

Welche Varianten von PKW Anhängern gibt es (gebremst, ungebremst)?

Anhänger sind für die verschiedenen Zwecke erhältlich. Beispielsweise existieren Wohnwagen, Pferdetransportanhänger, Lastenanhänger oder Verkaufswagen, welche hinter einen Zugfahrzeug gezogen werden.
Vor allem werden Anhänger aber in gebremst und ungebremst unterschieden.
Ungebremste Anhänger verfügen über keine eigenen Bremsen. Weder Handbremse oder Stellbremse sind vorhanden. Das Zugfahrzeug muss die komplette erforderliche Bremsleistung aufbringen und den Hänger mit bremsen. Der Vorteile dieser Anhängervariante liegen vor allem im Anschaffungspreis und den Unterhaltskosten, da diese weitaus geringer ausfallen als bei gebremsten.

Gebremste Anhänger hingegen verfügen über eine eigene Bremse. Die Bremsanlage des Anhängers besteht aus einer Auflaufeinrichtung, Übertragungseinrichtung und einer Radbremse mit Rückfahrautomatik. Wird die Bremse im Zugfahrzeug betätigt, läuft der Anhänger auf. Dadurch wird die Zugstange eingeschoben und mittel der Übertragungseinrichtung wird daraufhin die Radbremse betätigt.
Für die Verwendung eines gebremsten Anhängers sprechen zahlreiche Argumente.
Zum einen sind selbst Kleinwagen in der Lage die erlaubte Anhängerlast von bis zu 750 Kg zu nutzen. Auch ungebremste Anhänger verfügen über eine zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 750 Kg, aber kaum ein Kleinwagen ist in der Lage die benötigte Leistung aufzubringen um diesen zu ziehen. Mit einer gebremsten Variante stellt dies kein Problem mehr dar.
Des Weiteren bricht ein gebremster Anhänger bei einer Notbremsung in der Kurve nicht so schnell aus und das Gespann kommt prinzipiell 25 % schneller zum Stehen, während sich der Bremsweg um ca. 17 % verringert. Letztendlich werden die Fahreigenschaften des gesamten Gespanns deutlich verbessert, da die Radbremsen des Anhängers einen Teil der Bremslast von Zugfahrzeug nehmen.
Zeitgleich schon ein gebremster Anhänger die Bremsen des Zugfahrzeug.

Die 100 km/h –Zulassung

Für Zugfahrzeuge mit Anhänger gibt es in Deutschland eine Geschwindigkeitsbegrenzung, welche bei 80 km/h liegt.
Bestimmte Gespanne können allerdings eine Ausnahmeregelung erhalten. Demnach liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 100 km/h.

Hierzu zählen mehrspurige Kraftfahrzeuge und 100-km/h-zugelassene Busse mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t inkl. Anhänger dürfen auf Kraftfahrtstraßen und Autobahnen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h fahren.

Eine der zu erfüllenden Voraussetzungen für die Erlaubnis ist, dass das Zugfahrzeug über ABS verfügt.

Des Weiteren gilt für jedes Gespann, welches die Zulassung erhält, folgende Verordnungen zu erfüllen:
Die zulässige Masse des Anhängers muss gleich oder geringer sein als die zulässige Anhängerlast und die Masse des Zugfahrzeugs.
Die Bereifung des Anhängers darf nicht älter als 6 Jahre sein, muss der Geschwindigkeitskategorie L (= 120 km/h) entsprechen und sie darf keinen Zuschlag zum Lastindex erhalten.
Des Weiteren muss die, vom Amt gesiegelte, 100 km/h Plakette sichtbar am Heck des Anhängers angebracht werden.

Welcher Führerschein wird benötigt?

Für die verschiedenen Möglichkeiten einen Anhänger zu ziehen bedarf es unter Umständen einer speziellen bzw. erweiterten Fahrerlaubnis.

Mit dem alten Führerschein der Klasse 3 (wurde bis einschl. 1998 erteilt) darf der Fahrer Gespanne mit bis zu 3 Achsen fahren. Das Zugfahrzeug darf allerdings ein zulässiges Gesamtgewicht von 7,5 t nicht überschreiten. Des Weiteren dürfen alle einachsigen Anhänger sowie Tandemachsen wie beispielsweise Pferdetransporter oder große Wohnwagen gezogen werden.

Seit Einführung der neuen Klassen darf mit einer Fahrerlaubnis der Klasse B ein Kraftfahrzeug bis 3,5 t geführt werden in Kombination mit einem Anhänger, der ein zulässiges Gesamtgewicht von 750 Kg nicht überschreitet. Ein Anhänger über 750 Kg darf gezogen werden, wenn die zulässige Gesamtmasse des Hängers die Leermasse des Zugfahrzeugs nicht überschreitet und die zulässige Gesamtmasse von Fahrzeug und Anhänger nicht größter als 3,5 t ist.

Mit einer erweiterten Fahrerlaubnis BE dürfen Anhänger über 750 Kg gezogen werden, deren zulässiges Gesamtgewicht die Leermasse des Pkws überschreiten und Anhänger, deren zulässiges Gesamtgewicht zwar nicht größer ist als das Leergewicht des Pkws, aber die beiden Summen der Gesamtmassen (Anhänger + Kraftfahrzeug) größer ist als 3,5 t.

PKW Anhänger Versicherung

Die Versicherungen für Anhänger sind nicht so ganz einfach. Zum einen ist eine Anhängerhaftpflicht Pflicht, zum anderen greift diese dann aber nicht prinzipiell bzw. kann unter Umständen sogar in der Pkw-Versicherung miteinbezogen werden.
Die Anhängerhaftpflicht haftet bei Unfällen. Dabei wird auch der Halter des Anhängers zur Verantwortung gezogen und nicht mehr nur der Fahrer. Bis zum Jahr 2002 war ein Anhänger stets über die KFZ-Versicherung des Zugfahrzeugs versichert. Heute benötigt ein Anhänger eine eigene Haftpflichtversicherung.
Der Geschädigte bei einem Unfall, kann letztendlich wählen, ob er für seinen Schaden die Versicherung des Zugfahrzeugs, des Anhängers oder beide zusammen beansprucht.
Dies gilt allerdings ausschließlich für Schäden, die von Anhängern im Gespannbetrieb verursacht werden. Für Schäden, die ein abgestellter Anhänger verursacht haftet die private Haftpflichtversicherung des Besitzers. Dieser Umstand resultiert daraus, dass ein Anhänger aufgrund des Nichtvorhandenseins eines Motors nicht als Kraftfahrzeug angesehen wird.
Lediglich bei betrieblich genutzten Anhängern existieren besondere Umstände. Diese nicht zulassungs- und versicherungspflichtigen Anhänger können mit besonderer Vereinbarung über die Betriebshaftpflicht versichert werden, sobald sich diese in keinem Gespann befinden.

PKW Anhänger Hersteller:Welches sind die bekanntesten Hersteller und Anbieter in Deutschland?

Deutschlandweit existieren zahlreiche Herstellerfirmen für Anhänger. Dabei sind die einzelnen Produzenten oftmals auf spezielle Arten wie z. B. Pferdeanhänger, Wohnwagen oder Lastenanhänger spezialisiert.
Die nachfolgende Liste beinhaltet nur ein paar wenige Hersteller, welche über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügen.

AGADOS
AGADOS Anhänger Handels GmbH
16278 Schöneberg

ALF Fahrzeugbau GmbH & Co. KG
59368 Werne

EDER GmbH Fahrzeugbau
D-83104 Tuntenhausen

Auwärter Fahrzeugwerk GmbH
D-75397 Simmozheim

Auwärter Anhänger und Aufbauten GmbH
D-95679 Waldershof

BAOS Anhängerbau GmbH
D-26197 Großenkneten

Barthau Anhängerbau GmbH
D-74547 Untermünkheim-Brachbach

Blomert Fahrzeugbau GmbH
D-48356 Nordwalde

Böckmann Fahrzeugwerke GmbH
D-49688 Lastrup

Eilert Duis Maschinen- u. Fahrzeugbau
26215 Wiefelstede

D*SIGN Dienstleistungs- und Warenvertriebs GmbH
D-51789 Lindlar

HARBECK Fahrzeugbau GmbH
D-83329 Waging am See

HEKU-Fahrzeugbau GmbH
D-33719 Bielefeld

Humbaur GmbH
D-86368 Gersthofen
Krämer Pferdesport
D-68766 Hockenheim-Talhaus

STEMA Metallleichtbau GmbH
01558 Großenhain

TPV PRIKOLICE d.o.o.
D-18246 Bützow

Trebbiner Fahrzeugfabrik GmbH
D-14959 Trebbin

UNSINN Fahrzeugtechnik GmbH
D-86684 Holzheim

Westfalia Trailer Systems GmbH
D-04720 Obergoseln

wm meyer Fahrzeugbau AG
D-97440 Werneck

Worauf beim Kauf eines gebrauchten Anhängers achten (Quick Check)

Zu allererst: Gute Qualität hat seinen Preis.
Anhänger aus dem Baumarkt sind beispielsweise häufig für den Preis eines gebrauchten Markenanhängers erhältlich. Allerdings ist dieser günstige Preis für einen neuen Baummarktanhänger für gewöhnlich nur durch geringere Qualität zu erreichen.
Bei gebrauchten Anhängern kann man bei besonders günstigen Schnäppchen davon ausgehen, dass diese schon arg beansprucht wurden und dadurch natürlich die Verschleißerscheinungen nicht unerheblich sein werden.
Des Weiteren sollte man im Vorfeld sich überlegen, ob es eine gebremste oder ungebremste Variante sein soll und wie es um die 100 km/h-Zulassung steht.
Nach diesen Kriterien fallen schon einige Exemplare aus dem möglichen Angebot raus.
Hat man ein interessanten, gebrauchtes Exemplar ins Auge gefasst, sollte man sich Zeit für eine ausgiebige Begutachtung und zum Testen nehmen. Bewegliche Anhängerteile sollten auch beweglich sein und Kugelkupplung, Bremsen, Beleuchtung und Stecker müssen einwandfrei funktionieren. Ebenso sollte ein kritischer Blick auf die Reifen gerichtet werden. Auch wenn diese einen guten Eindruck hinterlassen, kann es sein, dass sie dennoch aufgrund ihres Alters ausgewechselt werden müssen.
Bei spezielleren Anhängern wie Wohnwagen oder Pferdetransporter müssen ebenfalls die Zusatzeinrichtungen geprüft werden wie beispielsweise Schränke, Betten, Trennwände usw. um einen sicheren Transport und ihre Funktionalität garantieren zu können.
Besser ist es ebenfalls bei einer Besichtigung einen (fachkundigen) Berater mitzunehmen.

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